Eisenbahnbrücke

FAST FORWARD.

Die Welt dreht sich im Turbomodus. Für meinen Geschmack deutlich zu schnell. Mein System hat Schwierigkeiten, Schritt zu halten. Die Wochen rasen in Lichtgeschwindigkeit an mir vorbei. Wir steuern auf März zu, und dies ist meine erste Räuberleiter in diesem Jahr…

Für mich ist wichtig, nicht aus der Bahn zu fliegen und den Geschossen auszuweichen, die gerade in meinem Umfeld einschlagen – Krankheit, Trennung, Todesfall -, sodass ich selbst dabei heil und gesund bleibe. Das führt jedoch unweigerlich dazu, über meine eigene Endlichkeit nachzudenken. Vielleicht ist das aber auch unabdingbar, wenn man die Mitte 50 überschritten hat? Ich mag meine innere Reife und die Stärke, die ich über die Jahre entwickelt habe. Beides gibt mir Sicherheit. Aber mir fehlen de facto 10 Jahre ungelebtes Leben. Und genau das ist es, was mir ein wenig Angst macht. Nicht immer. Aber immer mal wieder. Denn ich bin Realistin. Was, wenn ich meine Ziele in diesem Leben nicht mehr erreiche? Wie bleibe ich ein zufriedener Mensch?

Ich habe noch keine präzise Antwort auf diese Fragen. Ein wichtiger Schlüssel ist, die Angst nicht zu verdrängen, sondern sie zu integrieren. Also vertraue ich darauf, dass mein Leben immer wieder Wunder für mich bereithält – neben aller Anstrengung, die wohl auch zu mir gehört. Wenn ich also zurückblicke, insbesondere auf die vergangenen sieben Jahre, seit ich allein lebe, schaue ich auf ein Leben zurück, das ich selbstbestimmt gestaltet habe. Und das mir immer wieder Wege aufzeigt, die ein Stück des Puzzles komplettieren. Genau das ist mein Antrieb: das Puzzle zu vervollständigen.

Die Geschwindigkeit ist also nicht so wichtig. Wichtiger ist die Richtung. Ich bleibe also in Bewegung. Nicht schnell, sondern bewusst.

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