
Ich löse gerade mein Geburtstagsgeschenk ein: eine 3-tägige Rom-Reise, die mir meine Mutter spendiert hat. Der Szenenwechsel tut gut. Ich genieße es, die Stadt zu Fuß und mit dem Fahrrad zu erkunden. Mit meinem E-Bike schiebe ich mich durch den römischen Straßenverkehr. Neben Sightseeing gehe ich meiner Lieblingsbeschäftigung nach: dem Beobachten von Menschen und Verhaltensmustern. Dafür wähle ich im Restaurant immer einen Tisch mit Blick auf das Geschehen – so wie Waldorf & Statler aus der Muppets Show, die von ihrer Loge aus alles überschauen.
Gestern zum Beispiel: Ich sitze im jüdischen Viertel und genieße beim Dinner mein stilles „Panorama“. Ein paar Tische entfernt erhebt eine Jüdin, die mit ihrer Familie da ist, lächelnd ihr Glas in meine Richtung. L’Chaim! Später leistet sie mir Gesellschaft und lässt durchblicken, dass sie meine Haltung bewundert, allein essen zu gehen. Für mich als Langzeit-Single (seit 2018) ist das längst Urlaubsalltag.
Ich habe mein Herz in diesen sieben Jahren zweimal verschenkt – an Männer, die in unglücklichen Partnerschaften verharrten und trotzdem kein Exklusiv-Arrangement mit mir eingehen wollten. Damals: Selbstwert im Keller und Herzschmerz-Totalschaden. Heute: Würde und Selbstakzeptanz zurückgewonnen. Beides passiert nicht über Nacht. Es ist ein Reifeprozess – ein ständiges Reflektieren meiner Muster bei der Wahl emotional nicht verfügbarer Männer. Die Antwort liegt in meiner Familiendynamik. Erst als ich das vollständige Muster durchschaut, mein Denken verändert und mein Verhalten Schritt für Schritt angepasst habe, kam etwas in Bewegung. Heute gelingt mir die Abgrenzung gut. Und ja, es gibt sie noch – die Anwärter mit erwähnter Dynamik. Ich erkenne sie bereits vor dem Landeanflug. Und blicke jedes Mal voller Demut zurück – auf den Weg, den ich bereits gegangen bin.
Die Zeit ist reif für eine neue Generation Mann. Sollte also heute Abend bei meinem „Dinner For One“ ein Mann mit Tiefe & Herz am Nebentisch sitzen, werde ich zuhören, staunen, reflektieren, fühlen und einordnen. Wenn nicht, beobachte ich einfach weiter von meinem Logenplatz aus das Treiben und bleibe zufrieden mit mir selbst. Denn nur ein neues Drehbuch mit Happy End kann mich heute noch begeistern.
Mille grazie, bella Roma ♥️

